Gelée Royal – Nutzen, Wirkung, Entstehung Fakten und mehr

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Das alte Zitat “Du bist, was Du isst” trifft vermutlich auf keine andere Spezies so zu wie auf Bienen. Denn obwohl eine Bienenkönigin bis zu fünf Jahren leben kann, im Gegensatz zu einer Arbeiterbiene einen deutlich längeren Hinterleib bekommt und über voll entwickelte Eierstöcke verfügt, gibt es keinen genetischen Unterschied zwischen ihr und der Arbeiterbiene.

Der Unterschied der Entwicklung liegt in der Ernährung. Die Bienenkönigin wird vom ersten bis zum letzten Tag mit Gelée Royal gefüttert, einem speziellen Futtersaft, der im Fachjargon als “Weiselsaft” oder “Bienenköniginnenfuttersaft” betitelt wird. Was es mit diesem besonderen Saft auf sich hat, warum er in der kosmetischen Hautpflege eine außergewöhnliche Rolle spielt und vor allem, warum ihm für den Menschen gesunde Attribute zugeschrieben werden, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

honig bienen und waben

 

Wie entsteht Gelée Royal?

Jede Biene hat im Bienenstock ihre zeitlich festgelegte, ureigene Aufgabe. Nach dem Schlüpfen sind die Tiere drei Tage lang mit dem Putzen ihres Körpers und der Wabenzelle beschäftigt. In dieser Zeit bilden sich ihre Futterdrüsen (Hypopharynxdrüsen, Mandibeldrüsen) voll aus. Am vierten Lebenstag beginnen die Jungbienen, Blütenpollen und Honig zu verzehren. damit wird der Organismus angekurbelt, um ein milchiges Sekret über die Futterdrüsen ausgeben zu können. Diesen Weiselsaft bekommen alle Larven innerhalb der ersten drei Larvenstadien. Danach endet für die meisten Bienen die Versorgung mit dem nahrhaften Saft. Nur die, die in den sogenannten “Weiselzellen” ihrer Entwicklung frönen, werden auch über das dritte Larvenstadium hinaus mit der kostbaren Nahrung versorgt: mit Gelée Royal.

 

Die Weiselzellen

Bienenvölker bauen meist zwischen zehn und fünfzehn Weisellen, also deutlich größere und vertikal nach unten gerichtete Wabenzellen, in der die zukünftigen Königinnen heranreifen. Dieser Vorgang ist ein Zeichen, dass sie schwärmen – sich also durch Teilung vermehren wollen. In diesen Zellen wachsen Larven heran, die auch nach dem dritten Larvenstadium mit dem speziellen Futtersaft verköstigt werden. Die anderen in den “normalen” Zellen liegenden Larven bekommen dann kein Gelée Royal mehr.

Übrigens: Am Ende bleibt allerdings pro Bienenvolk nur eine Königin übrig. Entweder kümmert sich der Imker um eine Verhinderung des Schwärmens oder die Königin sticht die Konkurrentinnen nieder. Diese eine Bienenkönigin wird zukünftig mit dem von Ammenbienen produzierten Gelée Royal verköstigt, ihr gesamtes Leben lang.

 

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Was bewirkt Gelée Royal?

Durch die Versorgung mit dem hochwertigen Futtersaft reift die Königin zu einer stattlichen Größe heran, sie entwickelt Eierstöcke und sie wird deutlich länger leben als ihre Artgenossen. Allerdings sind sich die Wissenschaftler noch nicht so ganz einig darüber, ob Gelée Royal ursächlich für die genannten Aspekte ist oder ob das lange Leben aus dem Umstand resultiert, dass Arbeiterinnen Honig, Pollen und vielleicht Zuckerwasser verzehren. Kurz: es ist unklar, ob Gelée Royal tatsächlich so vitalisierend auf den Organismus wirkt oder ob andere Substanzen hemmend auf den Stoffwechsel und das Wachstum einwirken. Mehr zur Wirkung können Sie auch hier nachlesen.

 

Gelée Royal entscheidet über die Lebensform

So oder so – die Gabe von Weiselsaft entscheidet darüber, wer den Thron besteigt. Allerdings ist es ein Irrglaube zu meinen, die Königin hat ein faules Leben und lässt sich von ihrem Hofstaat bedienen. Im Gegenteil, sie ist alleinig für die Fortpflanzung des Volkes verantwortlich. Dazu legt sie in der Saison um die 2000 Eier – am Tag. Zu dieser erstaunlichen Leistung ist sie nur durch eine optimale Versorgung ihres Organismus fähig.

 

Was beinhaltet Gelée Royal?

Der Bienenköniginnenfuttersaft ist eine Mixtur zwischen Kohlenhydraten, Proteinen, B-Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Im Einzelnen handelt es sich um Substanzen in folgender, durchschnittlicher Zusammensetzung:

  • 60 – 70 Prozent Wasser
  • 10 – 23 Prozent Kohlenhydrate
  • 9 – 18 Prozent Proteine plus Aminosäuren
  • 4 – 8 Prozent Fette
  • B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9)
  • ca.1,4 % (bis ca. 6 %) 10-Hydroxy-2-Decansäure (10H2DA aus der
    Mandibeldrüse)
  • 10-Hydroxy-Decansäure (10HDA)
  • Sterine, Biopterin, Neopterin, Royalactin

 

Gelée Royal in der Geschichte

Hippokrates (ca. 460 v. Chr. – um 370 v. Chr.) soll schon mit dem Futtersaft hantiert haben, allerdings ist das nicht zweifelsfrei belegt. Historisch belegt hingegen ist die “Behandlung” mit Gelée Royal im alten China, im antiken Griechenland und im römischen Reich. Gelée Royal wird seit Urzeiten als Energiespender geschätzt und es wird ihm eine natürliche Abwehr gegen Krankheiten attestiert. In Europa kam der Futtersaft vor etwa 300 Jahren auf, allerdings begann sich die Wissenschaft erst im 20. Jahrhundert, damit zu beschäftigen.

 

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Gelée Royal für die Haut

Der Weiselsaft hat einiges an Berühmtheit zweier Inhaltsstoffen zu verdanken, nämlich den beiden Fettsäuren 10-Hydroxy-Decansäure (10HDA) und die 10-Hydroxy-2-Decansäure (10H2DA). Zusammengefasst handelt es bei den beiden Substanzen um jene Fettsäuren, die im Bereich dieser Verbindungen dominieren. In Versuchen zeigte sich, dass die Substanzen teilweise vor Zellschäden schützen, die durch freie Radikale oder durch Strahlung verursacht wurden.

Zudem konnte nachgewiesen werden, dass 10H2DA sowohl die Fähigkeit der Wasserspeicherung der Haut positiv beeinflusste und dass es entzündliche Prozesse minimierte.

Quellen:

Zusätzlich ist bekannt, dass 10H2DA die Kollagenproduktion der Haut anregt – genau das ist der Grund, warum der Weiselsaft in kosmetischen Produkten rege Anklang findet. Denn gerade bei der Hautalterung ist Kollagen ein wertvoller Gegenpol.   

schweißnasse haut

 

Bienenköniginnenfuttersaft zur Wundbehandlung?

In Laborversuchen (in-vitro) zeigte sich, dass Gelée Royal eventuell für eine schnellere Genesung verletzter Hautzellen sorgen könnte. Allerdings handelte es sich hierbei um Versuche mit Zellen in der Petrischale, Humanstudien stehen noch aus – dennoch bleibt das positiv anmutende Resultat.  

 

Gelée Royal zum Einnehmen

Viele Verbraucher schwören auf die innerliche Anwendung von Gelée Royal. Jeden Morgen eine Messerspitze im Mund zergehen lassen, lautet eine gängige Empfehlung. Dem milchigen Saft wird eine lebensverlängernde und immunstärkende Wirkung nachgesagt. Auch diverse Erkrankungen oder Symptome wie die Wechseljahresbeschwerden der Frau, erhöhte Blutfettwerte, rheumatische Beschwerden oder ein schwaches Nervenkostüm sollen sich mit Gelée Royal lindern lassen.

 

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Wissenschaftliche Erkenntnisse

Es gibt kleine Studien und wissenschaftliche Arbeiten, die eine Wirkung auf die genannten Symptome zeigen. Allerdings handelt es sich tatsächlich nur um Untersuchungen mit wenigen Probanden, kleine Labortests oder Test an Tieren. Groß angelegte Studien mit Vergleichspotenzial stehen noch aus, doch auch hier deutet sich eine mögliche Wirkung an.

 

Wie kann der Bienenköniginnensaft Ihnen helfen?

Das können Sie selbst herausfinden – allerdings nur dann, wenn Sie keine Allergie gegen Bienenprodukte oder Bienenstiche haben. Genau wie Propolis kann Gelée Royal allergische Reaktionen verursachen, deswegen dürfen Allergiker nicht unbedarft das Bienenprodukt einnehmen.

Zudem sollten Sie nie mehr als die Messerspitze pro Tag einnehmen, da der Futtersaft ein Quell an Nährstoffen ist. Bestenfalls holen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker fachlichen Rat, bevor Sie den Futtersaft einnehmen.

Bei Anwendung auf der Haut können Sie einfach testen, ob Sie allergisch reagieren: Einfach eine kleine Menge Gelée Royal auf eine unempfindliche Hautstelle geben und beobachten, ob sich irgendwelche Symptome wie Rötung, Juckreiz oder Schwellungen einstellen. Kommt es zu keiner Reaktion, lässt sich der Weiselsaft in selbstgemachter Naturkosmetik oder als Zusatz in gekauften Cremes gut verwenden.    

 

Wo kann kann man Gelée Royal kaufen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den hochwertigen Weiselsaft zu kaufen. Beachtenswert ist die Lagerung, denn der geleeartige Saft ist schnell verderblich und muss daher immer gekühlt gelagert werden. Das bedeutet, dass der Kauf Vertrauenssache ist, denn die Kühlkette darf auch beim Import nicht unterbrochen werden.

Vielleicht bietet Ihr regionaler Imker das Bienenerzeugnis frisch an? Da jedoch die Gewinnung sehr komplex ist, dürften die wenigsten Imker den Futtersaft auf Vorrat im Kühlschrank liegen haben.

Weitere Möglichkeiten für den Kauf bieten Naturkosmetikshops oder Sie nutzen einen auf Bienenprodukte spezialisierten Shop, beispielsweise beegut.de oder Aspermühle. Alternativ gibt es sicher auch die ein oder andere Apotheke, die Gelée Royal anbietet. Solange der Bienenköniginnensaft kühl oder gefroren ist, ist alles im grünen Bereich.

Sobald Ihr Bienenprodukt die Reise bei Ihnen beendet, sollten Sie es gleich in den Kühlschrank stellen oder nur kleine Teile entnehmen und den Rest einfrieren.

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