Wie entsteht Honig?

Sammlung der Rohstoffe

Honig entsteht aus Blütennektar oder Honigtau. Honigbienen saugen den Nektar mit ihren Rüsseln auf. Sie sind dabei blütentreu (blütenstet). Das bedeutet, dass sie sich auf eine Art von Pflanze konzentrieren und sie erst wechseln, wenn ihre Arbeit dort erledigt ist. Die Biene kümmert sich so zum Beispiel erst um Kirschblüten bevor sie auf die Blüten von Apfelbäumen wechselt.

Gleichzeitig ist die Honigbiene ortstet. Sie fliegt also nicht nur die selbe Pflanzenart an, sondern auch zurück zum selben Ort, solange sie dort genügend Nektar oder Honigtau findet.

 
Biene
Quelle: Biene von P.H. Images, Flickr.com 
 

Während der Sammelaktivität bleiben Pollen an den vielen Härchen der Biene hängen. Fliegt das Insekt dann zur nächsten Blüte, bestäubt der Pollen die Narbe des Fruchtblattes und vereint so den männlichen Samen und die empfänglichen weiblichen Blütenteile der Pflanze. Die Honigbiene wird so zu einem der wichtigsten Bestäuber von Pflanzen. Ein Drittel unserer Nahrung gäbe es nicht ohne Bienen. Doch zurück zur Kernfrage, „Wie entsteht Honig?“.

 

Transport der Rohstoffe zum Bienenstock

Das Insekt transportiert den Blütennektar in seiner Nektarblase. Dabei sammelt die Honigbiene im Durchschnitt 25 Milligramm Nektar oder 35 Milligram Honigtau. 200 Blüten muss die Biene besuchen, um ihre Blase zu füllen. Die Entfernung, die sie dabei zwischen Bienenstock und Nährpflanze zurücklegt, kann bis zu zehn Kilometer betragen, durchschnittlich liegt sie bei ca. zwei Kilometer.

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Futterkette

Im Bienenstock angekommen, übergibt die Sammelbiene die Nektarflüssigkeit an ihre Schwester, die Stockbiene. Rüssel an Rüssel gleitet der Nektar von der einen Biene zur anderen. Im Stock geschieht diese Übergabe häufiger – man nennt das Futterkette. Ziel des Prozesses ist es, den Nektar in Form von Honig haltbar zu machen, um ihn einzulagern. Dazu muss sich der Rohstoff verändern:

Während der Aufnahme und Abgabe des Nektars, mengt die Biene immer wieder körpereigene Stoffe bei: Diese Aminosäuren, Enzyme und anderen Eiweiße bewirken, dass der Nektar haltbarer wird. Es entstehen Stoffe, die das Wachstum von unerwünschten Bakterien hemmen.

Die beigemischten Enzyme bewirken auch eine Veränderung der Zucker, die im Blütensaft enthalten sind. Es entstehen besondere Honigzucker, die nur im Honig vorkommen. Der Zweifachzucker Saccharose wird meist komplett von Enzymen zersetzt.

► Mehr zur Zusammensetzung und zu den Inhaltsstoffen von Honig im Artikel „Woraus besteht Honig?„.

 

Trocknung

Damit Nektar zu haltbarem Honig werden und seine bekannte Konsistenz erlangen kann, muss dem Saft Wasser entzogen werden. Dazu presst das Insekt den Nektar tropfenweise nach außen und saugt ihn wieder auf. Dabei geht ein erster Teil des Wassers verloren. Die Honigbiene lagert den etwas eingedickten Nektar dann in Wabenzellen. Während der Nektar sich in den Waben befindet, verdunstet weiteres Wasser. Nun fächeln die Honigbienen mit ihren Flügeln und beschleunigen so die Verdunstung des Wassers, indem sie die feuchte Luft aus dem Bienenstock wehen und durch trockenere Außenluft ersetzen. Der Honig ist fertig und besitzt nun einen Wassergehalt von 18%-20%.
 

Honeycomb
Quelle: Honeycomb von Maher Dalal, Flickr.com 

 

Lagerung

Der Honig wird nun ein letztes Mal transportiert und an sein endgültiges Ziel gebracht. In Lagerzellen über dem Brutnest wird er mit einer luftdichten Wachsschicht „verdeckelt“, wie der Imker sagt. Die Verdeckelung ist das Zeichen dafür, dass der Honig fertiggestellt ist.

So produziert eine Biene in ihrem vier bis fünf wöchigen Leben einen Löffel Honig.

 

Warum stellen Bienen Honig her?

Bienen sammeln Nektar, um sich und ihre Brut zu ernähren und um Vorräte für den Winter anzulegen. Auch wenn sich die Anzahl der überwinternden Bienen im Verhältnis zum Sommer merklich reduziert (von ca. 50.000 auf 5000), ist das noch immer mehr, als bei anderen staatenbildenden Insekten, wie z.B. Wespen oder Hummeln. Dort sterben bis auf die jungen Königinnen alle Individuen des Volkes.

Das Bienenvolk kann in seiner Wintertraube sogar bei Temperaturen von -20°C überleben, weil die Temperatur im Stock konstant hochgehalten wird. Der in Waben gespeicherte Honig liefert genügend Energie. Der große Vorteil dieser Überlebensstrategie ist, dass die Bienen im Frühjahr sofort mit dem Sammeln von Nektar beginnen können.

 

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